Plan B (Levonorgestrel) – Notfallverhütung in Österreich
Plan B enthält den Wirkstoff Levonorgestrel und wird zur Notfallverhütung eingesetzt, wenn eine Schwangerschaft vermutlich verhindert werden muss. Das Produkt kann nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder nach Verhütungspanne (z. B. gerissenes Kondom, vergessene Tablette) angewendet werden. Je früher Sie es einnehmen, desto besser ist die Wirksamkeit.
Diese Seite bietet eine patientenfreundliche Übersicht über Anwendung, Timing, Wirkprinzip und wichtige Sicherheitsinformationen. Sie ersetzt nicht die Beratung durch Ärztinnen/Ärzte oder Apothekerinnen/Apotheker.
Kurzinformationen
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Wirkstoff | Levonorgestrel |
| Indikation | Notfallverhütung nach Verhütungspanne |
| Typische Anwendung | In der Regel 1-malige Einnahme (je nach Produktstärke) |
| Wirksamkeit | Am besten, je früher nach dem Ereignis eingenommen wird |
| Interaktionen | Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung vermindern (u. a. Enzyminduktoren) |
| Schwangerschaft | Wirkt vor allem vor dem Eisprung; bei bestehender Schwangerschaft nicht angezeigt |
Wie Plan B grundsätzlich wirkt (Wirkmechanismus)
Levonorgestrel ist ein Gestagen (Progestin). Die Notfallverhütung mit Levonorgestrel zielt vor allem darauf ab, die Freisetzung einer Eizelle (Eisprung) zu verzögern oder zu verhindern. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit verringert, dass es im Anschluss zu einer Befruchtung kommt.
Wichtig zu wissen: Plan B ist keine „Abtreibungspille“. Es wirkt überwiegend vor dem Eisprung. Wenn der Eisprung bereits erfolgt ist, kann der Effekt geringer sein. Aus diesem Grund ist das frühzeitige Einnehmen entscheidend.
Was Plan B nicht leistet
- Kein Schutz vor zukünftigen Geschlechtsverkehr-Ereignissen im selben Zyklus
- Keine regelmäßige Verhütungsmethode (nur für Notfälle gedacht)
- Kein Ersatz für einen Schwangerschaftstest, wenn eine Verzögerung der Regel auftritt
Pharmakokinetik: Was passiert im Körper?
Nach oraler Einnahme wird Levonorgestrel aus dem Magen-Darm-Trakt schnell resorbiert. Die Plasmaspiegel steigen rasch an. Die genaue Geschwindigkeit und Höhe können je nach Person variieren.
Der Wirkstoff wird in der Leber metabolisiert und anschließend über Urin und Galle/Stuhl ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit liegt typischerweise im Bereich einiger Dutzend Stunden. Für die praktische Anwendung ist entscheidend, dass Levonorgestrel im Zeitfenster nach der Einnahme seine Wirkung im Zyklus entfalten soll.
Hinweis: Die genaue pharmakokinetische Darstellung kann produkt- und situationsabhängig sein. Für detaillierte Werte (z. B. Cmax, Tmax) orientieren Sie sich bitte an den jeweiligen Fach-/Beipackunterlagen.
Typische Anwendung: Wann und wie nehmen?
Plan B wird als Notfallverhütung nach einem ungeschützten Ereignis eingenommen. Die gängigen Packungsvarianten enthalten meist eine Einzeldosis (häufig 1.5 mg Levonorgestrel), je nach Produkt. Lesen Sie bitte die konkrete Packungsbeilage Ihres Produkts, da Formulierungen und Stärken variieren können.
Timing: Wie schnell wirkt es?
Das Zeitfenster ist wichtig. Die Wirksamkeit ist umso höher, je früher Sie die Tablette nach dem Ereignis einnehmen. In der Praxis gilt:
- Je früher (z. B. innerhalb der ersten 24 Stunden), desto besser.
- Später (z. B. nahe am Ende des möglichen Zeitfensters) kann die Wirksamkeit sinken.
- Es ist trotzdem besser, so bald wie möglich einzunehmen, statt abzuwarten.
Beispielhafter Einnahmeablauf
- Plan B so bald wie möglich nach der Verhütungspanne einnehmen.
- Falls es Ihnen zu Übelkeit kommt und Sie innerhalb kurzer Zeit erbrechen, lesen Sie bitte den Abschnitt „Was tun bei Erbrechen?“ in der Packungsbeilage.
- Für den restlichen Zyklus auf Kondome oder eine andere zuverlässige Methode achten.
Dosierung (allgemein)
Üblicherweise wird Levonorgestrel zur Notfallverhütung in einer Einmaldosis eingenommen. Die tatsächliche Dosierung hängt vom jeweiligen Produkt ab. Eine häufige Dosierung ist:
- Einmalig 1,5 mg Levonorgestrel als Tablette.
Bitte prüfen Sie die Stärke und die Anwendung in Ihrer Packung. Bei Abweichungen (z. B. andere Darreichungsformen oder Dosierungsschemata) gelten die Angaben der Packungsbeilage.
Indikationen: Für welche Situationen?
Plan B kann angewendet werden, wenn eine Schwangerschaft nach einem Ereignis potenziell wahrscheinlicher ist, z. B. bei:
- Un-/nicht ausreichendem Schutz beim Geschlechtsverkehr
- Vergessen oder Verspätung hormoneller Verhütung (je nach Präparat)
- Reißen/Fehlfunktion des Kondoms
- Fehlender oder unsachgemäßer Anwendung einer Verhütungsmethode
- Fehlender Einnahme von Verhütungsmitteln in der relevanten Phase
Lebensmittel: Gibt es Wechselwirkungen mit Essen?
Plan B kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Lebensmittel beeinflussen die Wirksamkeit in der Regel nicht wesentlich. Dennoch kann eine Einnahme mit etwas Nahrung bei empfindlichem Magen helfen.
Alkohol: Was ist mit dem Trinken?
In der Regel ist mäßiger Alkohol nicht direkt dafür bekannt, die Wirkung von Levonorgestrel zuverlässig zu „neutralisieren“. Allerdings kann Alkohol:
- die Übelkeit verstärken,
- das Erinnern an die Einnahme erschweren,
- bei starkem Erbrechen die Aufnahme der Tablette verringern.
Wenn Sie nach der Einnahme erbrechen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage, um zu wissen, ob eine zusätzliche Einnahme erforderlich sein könnte.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bestimmte Medikamente können die Wirksamkeit von Levonorgestrel reduzieren. Besonders relevant sind Arzneimittel, die Leberenzyme (Enzyminduktoren) beeinflussen und dadurch den Abbau von Hormonen beschleunigen.
Beispiele für relevante Wirkstoffgruppen
- Einige Arzneimittel gegen Epilepsie (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon)
- Rifampicin (z. B. bei bestimmten Infektionen)
- Bestimmte HIV-Medikamente (je nach Wirkstoffkombination)
- Pflanzliche Präparate mit Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Auch bei weiteren Wirkstoffen können Interaktionen möglich sein. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, lassen Sie uns in der Apotheke (oder auf unserer Website im Bestell-/Beratungsprozess) gern wissen, welche Wirkstoffe Sie verwenden.
Wichtiger Hinweis zu Verhütungsmitteln
Plan B ist für Notfälle gedacht und schützt nicht zuverlässig vor späteren Ereignissen im selben Zyklus. Verwenden Sie daher bis zur nächsten Periode oder bis zur sicheren Situation Kondome bzw. andere zuverlässige Methoden.
Sicherheitsprofil: Wer sollte vorsichtig sein?
Levonorgestrel ist in der Regel gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten. Die meisten Nebenwirkungen sind vorübergehend und klingen nach kurzer Zeit ab.
Mögliche Nebenwirkungen
- Übelkeit
- Erbrechen (insbesondere bei empfindlichem Magen)
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Unterbauchschmerzen oder Krämpfe
- Brustspannen
- Zwischenblutungen oder veränderte nächste Blutung
- Veränderung des Zyklus (z. B. frühere oder spätere Periode)
Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?
- Starke oder anhaltende Unterbauchschmerzen
- Sehr starke Blutungen
- Anzeichen, die auf eine mögliche Eileiterschwangerschaft hindeuten (z. B. starke einseitige Schmerzen, Ohnmachtsgefühl)
- Wenn die Regel deutlich ausbleibt (siehe „Schwangerschaftstest“)
Schwangerschaftstest & Nachkontrolle
Nach Einnahme von Plan B kann die Blutung im Zyklus vorgezogen oder verzögert sein. Ein Schwangerschaftstest ist wichtig, wenn:
- die Periode mehr als ca. 7 Tage verspätet ist, oder
- Sie trotz Einnahme unsicher sind, ob es zu einer Befruchtung gekommen ist, oder
- starke anhaltende Beschwerden auftreten.
Falls möglich, verwenden Sie einen Schwangerschaftstest zum geeigneten Zeitpunkt. Bei unklaren Ergebnissen ist eine Abklärung sinnvoll.
Praktische Tipps für die Anwendung
- Plan B sofort einnehmen, sobald Sie die Notfallverhütung benötigen.
- Wenn Sie eine zweite Verhütungspanne im selben Zyklus haben: Plan B schützt nicht zuverlässig davor – verwenden Sie Kondome bis zur nächsten sicheren Situation.
- Beobachten Sie Ihre Blutung: Zwischenblutungen können auftreten.
- Falls Sie erbrechen müssen, orientieren Sie sich an der Packungsbeilage, ob eine erneute Einnahme erforderlich ist.
- Wenn Sie Medikamente mit möglicher Interaktion einnehmen (z. B. Johanniskraut, Enzyminduktoren): prüfen Sie die Wechselwirkung.
Alternative Notfallverhütungsoptionen
Je nach Zeitpunkt und individueller Situation gibt es Alternativen zur Notfallverhütung. Dazu zählen:
- Ulipristalacetat (eine weitere „Pille danach“ mit anderem Wirkprinzip)
- Spirale (Kupferspirale) als Notfallmethode, die je nach Situation sehr wirksam sein kann
Die beste Option hängt u. a. vom Zeitpunkt nach dem Ereignis, von Ihrem Gewicht/BMI (in Studien unterschiedlich berücksichtigt), von bereits eingenommenen Medikamenten und von individuellen Faktoren ab. In vielen Fällen ist eine Beratung in der Apotheke oder bei einer Ärztin/einem Arzt hilfreich.
Österreich: Markt- und rechtlicher Kontext (patientenfreundlich)
In Österreich sind Notfallverhütungsmittel je nach Produkt und aktueller Verfügbarkeit unterschiedlich geregelt. Einige Produkte sind apothekenpflichtig und werden über Apotheken bereitgestellt. Andere Darreichungsformen und Packungsgrößen können variieren.
Unser Ziel ist es, Ihnen eine verlässliche, sichere Verfügbarkeit zu ermöglichen und Sie bei wichtigen Fragen (z. B. Timing, mögliche Wechselwirkungen) bestmöglich zu unterstützen. Für die jeweils geltenden Verkaufsbedingungen in Österreich gelten die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen sowie die Regeln der jeweiligen Vertriebswege.
Aktuelle Empfehlungen & Leitlinien (Stand: allgemeine Praxis)
Aktuelle Empfehlungen zur Notfallverhütung betonen üblicherweise:
- sofortige Einnahme nach Verhütungspanne
- die Bedeutung des timing (Wirksamkeitsabnahme mit zunehmendem Abstand)
- die Beachtung möglicher Wechselwirkungen mit Enzyminduktoren
- die Nachkontrolle bei verspäteter Regel oder unklaren Symptomen
Konkrete Leitlinien können sich über die Zeit ändern. Für die aktuellste Einordnung ist es sinnvoll, Packungsbeilage und Beratung durch medizinisches Fachpersonal zu berücksichtigen.
Lieferung & Verfügbarkeit in Österreich
Die Verfügbarkeit kann je nach Saison und Lagerbestand variieren. Je nach Produkt können sich Lieferzeiten unterscheiden. Wir arbeiten daran, Ihre Bestellung zügig zu bearbeiten und zuverlässig zuzustellen.
- Verfügbarkeit: abhängig vom aktuellen Bestand
- Liefergebiet: Österreich
- Versand: Zustellung an die von Ihnen angegebene Adresse
- Diskretion: Versand/Verpackung erfolgt in der Regel so, dass die Bestellung vertraulich bleibt
Sollten Sie besonders zeitkritisch sein (z. B. „heute Abend“), prüfen Sie bitte die aktuelle Lieferinformation im Bestellprozess. Da es bei Notfallverhütung stark auf das Timing ankommt, ist eine kurzfristige Beschaffung sinnvoll.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie schnell wirkt Plan B?
Plan B beginnt nach der Einnahme im Körper zu wirken. Der entscheidende Faktor für die Verhütung ist jedoch das Zeitfenster bis zum möglichen Eisprung. Daher gilt: so früh wie möglich einnehmen.
Bis wann kann ich Plan B einnehmen?
Das zulässige Zeitfenster ist produktabhängig und in der Packungsbeilage angegeben. Als Faustregel gilt, dass die Wirksamkeit mit der Zeit nach dem Ereignis abnimmt. Nehmen Sie Plan B daher so bald wie möglich ein.
Schützt Plan B auch vor späterem Sex im selben Zyklus?
Nein. Plan B schützt nicht zuverlässig vor einem erneuten Risiko im selben Zyklus. Verwenden Sie nach der Einnahme bis zur nächsten Periode Kondome oder eine andere zuverlässige Methode.
Was passiert, wenn ich nach der Einnahme erbreche?
Erbrechen kann verhindern, dass der Wirkstoff vollständig aufgenommen wird. Was genau zu tun ist (z. B. ob eine erneute Dosis nötig sein kann), finden Sie in der Packungsbeilage. Bei Unsicherheit kontaktieren Sie bitte eine Apotheke oder medizinisches Fachpersonal.
Kann Plan B die Regel „verschieben“?
Ja. Zwischenblutungen oder eine veränderte nächste Periode sind möglich. Wenn die Periode mehr als ca. 7 Tage verspätet ist, machen Sie einen Schwangerschaftstest.
Ist Plan B sicher?
In der Regel ist Plan B gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Zwischenblutungen auftreten. Suchen Sie medizinische Hilfe, wenn starke oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten (z. B. starke Unterbauchschmerzen).
Gibt es Gründe, warum Plan B nicht geeignet ist?
Wenn bereits eine Schwangerschaft besteht, ist Plan B zur Notfallverhütung nicht angezeigt. Bei bestimmten Vorerkrankungen oder wenn Sie Medikamente einnehmen, die die Wirksamkeit beeinflussen können, ist eine individuelle Einschätzung sinnvoll. Lesen Sie die Packungsbeilage und holen Sie bei Fragen Beratung ein.
Wirkt Plan B auch, wenn ich schon in der Nähe des Eisprungs bin?
Das Wirkprinzip zielt auf das Verzögern/Verhindern des Eisprungs. Wenn der Eisprung bereits erfolgt ist, kann die Wirksamkeit geringer sein. Trotzdem gilt: Einnehmen so bald wie möglich.
Kann ich Plan B zusammen mit meinen anderen Medikamenten nehmen?
Einige Arzneimittel können die Wirkung von Levonorgestrel reduzieren, insbesondere Enzyminduktoren. Informieren Sie sich in der Packungsbeilage über Wechselwirkungen und fragen Sie bei Unsicherheit in einer Apotheke nach.
Was ist der Unterschied zu anderen Notfallverhütungsmitteln?
Unterschiedliche Präparate arbeiten teilweise über unterschiedliche Mechanismen und können sich im Zeitfenster und in der Interaktion mit bestimmten Faktoren unterscheiden (z. B. Medikamente, Zeitpunkt im Zyklus). Bei Bedarf können Alternativen wie Ulipristalacetat oder eine Kupferspirale besprochen werden.
Ist Plan B für alle Altersgruppen geeignet?
Die Eignung hängt von individuellen Faktoren ab. Grundsätzlich kann Notfallverhütung auch bei Jugendlichen relevant sein. Bei Unsicherheit ist Beratung in der Apotheke oder durch medizinisches Fachpersonal sinnvoll.
Zusammenfassung in Kürze
- Plan B enthält Levonorgestrel zur Notfallverhütung.
- Je früher nach der Verhütungspanne eingenommen, desto besser.
- Wirkt vor allem vor dem Eisprung; kein Schutz für den restlichen Zyklus.
- Nahrung beeinflusst meist nicht wesentlich; bei Erbrechen Hinweise in der Packungsbeilage beachten.
- Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten (v. a. Enzyminduktoren) sind möglich.
- Bei verspäteter Periode (ca. > 7 Tage) Schwangerschaftstest machen.
Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrem Timing, möglichen Interaktionen oder zu Ihrer individuellen Situation haben, können Sie sich an eine Apotheke wenden. So stellen Sie sicher, dass die Notfallverhütung optimal zu Ihnen passt.

